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HENRI BOURGEOIS
VIGNERON A CHAVIGNOL

Die Geschichte einer 435-jährigen Eiche

Es war einmal eine geschichtsträchtige Eiche …
Sie wurde 1560 gepflanzt und war mit 435 Jahren die älteste und ohne Zweifel die schönste und majestätischste des Staatsforstes von Saint-Palais, nördlich von Bourges. Sie war 37m hoch (das entspricht der Höhe eines zehnstöckigen Hochhauses), ihr Stamm maß 20m, ihr Umfang betrug an der Basis 6m und ihr Gewicht 35 Tonnen.

Ein Baum, der, so sagt man, an einem Ort aufgewachsen ist, an dem Erdkräfte wirkten. Die Legende berichtet außerdem, dass Sully, Finanzminister unter Heinrich IV., die Eiche regelmäßig aufsuchte, um Kraft zu tanken. Ebenfalls habe man Karl V. und Agnès Sorel auf einem Spaziergang in ihrer Nähe gesehen. Zahlreich pilgerten seither die "Treuen" dorthin, um neue Kraft zu schöpfen am Fuße von Saint-Etienne, wie man sie im Gedenken an ihre Väter nannte, die für den Bau des Dachstuhls der Kathedrale von Bourges gedient hatten.

Ein Märchen, das im Juni 1993 beinahe sein Ende gefunden hätte, als ein heftiges Gewitter über die Gegend niederging und der Blitz in die Eiche mit dem geheimnisvollen Einfluss einschlug. Ein trauriges Ende? Nein, denn Camille Gauthier, Daubenmacher aus Méry-ès-Bois, Jean Vicard, Küfer aus Cognac und unsere Familie, haben aus Liebe zum Holz und zur Tradition beschlossen, ihr ein zweites Leben zu schenken: Das Holz des Baumes soll zur Herstellung von Fässern dienen, in die dann der Wein unseres Gutes abgefüllt wird.

Camille Gauthier setzte alles daran, die gewaltige Waldälteste zu erwerben. Denn diese Eiche begehrten Holzliebhaber aus aller Welt. Schließlich wurde sie am 17. März 1995 während einer denkwürdigen und besonders bewegenden Zeremonie vor mehreren Fernsehkameras gefällt.

Daraufhin machten sich der Daubenmacher und der Küfer an die Arbeit. Vier Jahre lang trockneten die Dauben, in denen das Holz seine herbsten und härtesten Gerbstoffe verlor. Nach dieser Etappe wurden die Dauben zusammengefügt und daraus entstanden an die vierzig 228 Liter Fässer, die man in Burgund "Piece" nennt, und einige 600-Liter Fässer, mit dem Namen "demi-muids".

Familie Henri Bourgeois, Winzer seit mehr als zehn Generationen, hat bemerkenswerte Arbeit geleistet und eine Auswahl ihrer besten Parzellen, auf denen der zukünftige Nektar wachsen soll, mit größter Sorgfalt bestellt. So wurden drei Jahrgänge dieser berühmten Cuvée, als weißer Sancerre: 2000, 2001 und 2002; als roter Sancerre: 2000, 2002 und 2003, bereitet und in den Saint- Etienne Eichenfässern ausgebaut.

Im Andenken an diese Eiche, haben wir, im März 2005, im Wald von Saint-Palais, eine Parzelle, die durch den Sturm im Dezember 1999 zerstört wurde, in Zusammenarbeit mit dem nationalen Forstamt wieder bepflanzt. Auf dieser Parzelle, die sich in der Nähe von der der Saint-Etienne Eiche befindet, haben wir 1000 ungestielte Eichen gepflanzt. Wir haben die zahlreichen Eicheln, die sie vor ihrem Tod noch hervorgebracht hatte, aufgelesen und in der Baumschule keimen lassen. Diese jungen Triebe, Söhne der Saint-Etienne-Eiche, werden auf den Namen ihrer zukünftigen Paten getauft werden, nämlich derer, die auch 12 dieser seltenen Flaschen erwerben werden.

In 100 Jahren werden diese Bäume groß genug sein für die Küferei. In den kommenden 180 Jahren werden die Förster die 40 schönsten Eichen auswählen, welche dann den Endbestand stellen werden, nämlich die zukünftigen Saint-Etienne-Eichen von 2200.

HERVORRAGENDE UND SELTENE WEINE

WEINBEREITUNG UND TECHNISCHE INFORMATIONEN :

Weißer Sancerre DIE SAINT ETIENNE EICHE

Rebsorte : weiße Sauvignon
Boden : Mergel und Kimméridgien

Diese Cuvée geht aus sehr alten, speziell ausgewählten Weinstöcken hervor, die in der Gemeinde von Chavignol, genauer gesagt an der berühmten "Côte des Monts Damnés" wachsen. Durch die geringe Produktion wird die optimale Konzentration des Weines erzielt, ohne dass er dabei sein Gleichgewicht verliert. Die Weinbereitung erfolgt nach den Gesetzen der Schwerkraft, um die hervorragende Qualität des Rohstoffes zur Geltung zu bringen. Die alkoholische Gärung verläuft über mehrere Wochen hinweg in neuen, wärmeregulierten Fässern (mithilfe eingebauter Kühler in jedem Behältnis). Im Laufe der Gärung wird der Wein zweimal wöchentlich "geschlagen" (damit sich die Weinhefe vom Boden löst), das macht ihn ausbaufähiger und zugleich fülliger und üppiger.

Roter Sancerre DIE SAINT ETIENNE EICHE

Rebsorte : schwarze Pinot
Boden : kalkhaltig

Dieser Wein geht aus sehr alten, speziell ausgewählten Weinstöcken hervor, die auf kalkhaltigen Böden in Chavignol gepflanzt wurden und allgemein "griottes" (Sauerkirschen) genannt werden. Die alkoholische Gärung erfolgt in Gärbehältern (zwischen 10 und 14 Tagen) bei einer Temperatur zwischen 26 und 32 Grad Celsius. In dieser Zeit maischt man die Trauben vorsichtig mit per Hand ein und bringt den Fruchtsaft ein- bis zweimal täglich an die Oberfläche. Die malolaktische Gärung findet in den berühmten Fässern statt, in denen der Wein dann 18 Monate lang ausgebaut wird.

Weinprobe und kulinarische Empfehlung :

Weißer Sancerre DIE SAINT ETIENNE EICHE
In strahlendem Goldgelb funkelt er vor Glanz. Sein Bouquet ist kräftig und sehr aromatisch, mit Anklängen von vollreifen, gelben (sogar exotischen) Früchten, Vanille und Gewürzen. Am Gaumen präsentiert er sich rund, voll, kräftig und ausgewogen. Servieren Sie ihn zu Edelfischen oder noch besser zu einem "sahnigen Kalbskotelett mit Scampis und Majoran".

Roter Sancerre DIE SAINT ETIENNE EICHE
Dieser Wein in hellem Granatrot kleidet sich ebenfalls mit Rubintönen. Ein wahrer Obstkorb voll roter und schwarzer Beeren mit tierischen und würzigen Duftnoten. Am Gaumen überrascht er durch seine Fülle und seine perfekt aufgegangene Tanninstruktur. Reichen Sie ihn zu Rinderrücken mit Pfifferlingen oder auch zu kleinem Wild mit roten Früchten.

Aufgrund ihres langsamen und regelmäßigen Wachstums besitzen die Bäume des "Kantons von Saint-Etienne" eine feine und kompakte Textur. Diese Eigenschaften sind bei der Saint-Etienne Eiche aufgrund ihres hohen Alters noch stärker ausgeprägt. Im Kontakt mit diesem einzigartigen Holz hat der Wein eine langsame Oxidation durch die Dauben hindurch vollzogen. Das Tannin, das von diesem sehr feinen Eichenholz freigegeben wird, verbindet sich in höchster Harmonie mit der wertvollen Flüssigkeit und verleiht ihr ein waldiges Aroma von unerreichter Sanftheit.

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